Das Konzept

Kurz gesagt, der Ökologischer Fußabdruck zeigt, wie viel Fläche der Erde wir zum Leben brauchen. Da unsere Erde nicht unbegrenzt vorhanden ist, stehen jedem Menschen bei gerechter Verteilung 1,8 gha zur Verfügung. Der Fußabdruck-Rechner sagt, ob wir mit den vorhandenen Ressourcen auskommen, oder mit dem persönlichen Ökologischen Fußabdrucks anderen Menschen bereits auf den Füßen stehen.

Entwickelt wurde das Konzept Mitte der 1990er Jahre von William Rees und Mathis Wackernagel.

Wie wird der Fußabdruck berechnet?

Alle Dinge im alltäglichen Leben wie Essen, Wohnen, Mobilität sind mit Ressourcenverbrauch verbunden. Dieser wird in Fläche umgerechnet: für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln, die Entnahme von Rohstoffen, die Energiegewinnung, die Versiegelung von Flächen für Wohnen, Straßen und andere Infrastrukturen. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle und Emissionen abzubauen, z. B. die Treibhausgase. Der CO2-Ausstoß wird im „Footprint“ daher über die Wälder, die benötigt würden, um die CO2-Emmissionen wieder zu binden, berechnet – Stichwort „Klimaneutralität“. Da der CO2-Austoß eines jeden Energieträgers unterschiedlich ist, sind auch die angerechneten Waldflächen unterschiedlich groß.

Der Ökologische Fußabdruck ist die Summe der genutzten Gebiete und teilt diese in 6 Flächenkategorien ein:

Flächenkategorien
Abb. Flächenkategorien
Quelle: Global Footprint Network:2010

Währung Global Hektar (gha)

Sowohl der Fußabdruck, als auch die Biokapazität werden in „Global Hektar“ (gha) gemessen. Ein „gha“ entspricht dabei einem Hektar weltweit durchschnittlicher Bioproduktivität (1 gha = 10.000m²). Es ist eine einheitliche Währung, um unterschiedliche Fruchtbarkeit von Böden zu berücksichtigen.
Der Fußabdruck ist somit eine Art Buchhaltungs-Instrument für die Erde. Er führt beide Seiten, Angebot (Biokapazität) und Nachfrage (Ökologischer Fußabdruck) zusammen. Das Resultat ist eine Beschreibung: Wie viel Natur haben wir? Wie viel verbrauchen wir? Und wer nutzt wie viel?

Wie viel haben wir, wie viel verbrauchen wir?

Dem Umweltverbrauch steht die begrenzte Fähigkeit der Erde gegenüber, dauerhaft Güter zur Verfügung zu stellen. Man spricht von der Biokapazität einer Region, eines Landes oder der Erde insgesamt. Zur Biokapazität zählen fruchtbare Böden, Wälder, Wasser und andere Rohstoffe. Wird diese überschritten, gerät das Ökosystem Erde aus der Balance.

Die Oberfläche der Erde beträgt etwa 51 Mrd. Hektar, wobei nicht die gesamte Fläche für die Menschen nutzbar ist. Hierzu gehören Meere, Eis, Sandwüsten und unfruchtbares Land. Dadurch sind unterm Strich nur 11,9 Mrd. Hektar „produktive Fläche“ für die Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks relevant. Diese 11,9 Mrd. Hektar werden unter allen Menschen fair geteilt, so dass jedem Menschen 1,8 globale Hektar zur Verfügung stehen.

Die Abbildung zeigt die Entwicklung des ökologischen Fußabdrucks (lila Linie) im Verhältnis zur Biokapazität (rote Linie). So stieg der Pro-Kopf-Fußabdruck von 2,4 gha im Jahr 1961 auf 2,7 gha im Jahr 2007. Die pro Kopf verfügbare Biokapazität hat dagegen von 3,7 gha (1961) auf 1,8 gha (2007) abgenommen.

Abb. Entwicklung Fußabdruck und Biokapazität 1961 bis 2007 Abb. Entwicklung Fußabdruck und Biokapazität 1961 bis 2007 Abb. Entwicklung Fußabdruck und Biokapazität 1961 bis 2007
Quelle: Global Footprint Network: 2010

Der Umweltverbrauch ist sehr unterschiedlich verteilt

Während reiche Länder wie die USA eine Fläche von 8,0 gha pro EW für sich beanspruchen, stehen den ärmsten Ländern wie Indien gerade einmal 0,9 gha zur Verfügung. In Österreich liegt der ökologische Fußabdruck pro EW bei 5,3 gha. Er entspricht etwa dem europäischen Durchschnitt von 4,7 gha und führt uns vor Augen, dass auch wir auf zu großem Fuß leben. Denn: Gerecht aufgeteilt, würden uns nur 1,8 gha zustehen!

Folgendes Beispiel macht dies deutlich:

Würde die gesamte Menschheit so leben, wie wir EuropäerInnen, bräuchten wir zwei ein halb Planeten von der Qualität der Erde. Bezogen auf die USA sind es sogar über fünf Planeten. Wir haben aber nur eine!

2,5 Planeten wären nötig würden alle Menschen so leben wie wir Europäer/innen

Abb. 2,5 Planeten
Abb. 2,5 Planeten

World Overshoot Day

Der Ökologische Fußabdruck zeigt mit großer Klarheit, dass wir die biologische Grundlage unseres Lebensunterhalts deutlich schneller verbrauchen, als sie erneuert werden kann. Kurz, wir leben über unsere Verhältnisse. Die jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen reichen bei weitem nicht mehr aus, um den globalen Verbrauch zu decken. Der Tag, ab dem die Weltgemeinschaft ökologisch auf Kredit lebt wird als World Overshoot Day bezeichnet.

Im Verlauf der 1970er Jahre verbrauchte die Menschheit erstmals die gesamte vorhandene Biokapazität der Erde. Somit begann der Mensch, erneuerbare Ressourcen schneller zu verbrauchen, als die Umwelt sie regenerieren kann, und mehr CO2 freizusetzen, als die Umwelt aufnehmen kann. Die Situation nennt man „Overshoot“ und sie ist seither Dauerzustand. Im Jahr 2013 fiel dieser Tag auf den 20. August. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung des Ökologischen Fußabdrucks von 1961 bis 2007.

Abb. Entwicklung Fußabdruck von 1961 bis 2007 nach Flächenkategorien Abb. Entwicklung Fußabdruck von 1961 bis 2007 nach Flächenkategorien Abb. Entwicklung Fußabdruck von 1961 bis 2007 nach Flächenkategorien
Quelle: Global Footprint Network: 2010

 

 
TITLE1

Aktionstag Nachhaltigkeit kann jede(r)....

An verschiedenen Informations- und Mitmachstationen können die SchülerInnen aktiv an verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen arbeiten, ihre eigenen Ansichten zur Gestaltung eines nachhaltigen Lebens einbringen und über einen eigenen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung nachdenken.

  • Ort: ORF Landesstudio Salzburg
  • Datum: 30.6.2014
  • Uhrzeit: 8.00 bis 12.00 Uhr